Schwarzer Holunder, Sambucus nigra

Beschreibung des Schwarzen Holunders                       

Die Herkunft des Schwarzen Holunders ist Mitteleuropa, verbreitet ist er allerdings in ganz Europa, Westsibirien und sogar auch in Nordwestafrika. Meist kommt er als Strauch, in selteneren Fällen aber auch als kleiner Baum vor. Der Großstrauch ist meist mehrstämmig aufrecht, die Zweige sind oft überhängig und bogenartig ausladend. Er ist ein Flachwurzler mit weitreichendem Wurzelwerk.

Rinde und Zweige sind von graubrauner Farbe und übersät mit Lentizellen. Diese werden als hellere Erhebungen wahrgenommen und fallen sofort ins Auge. Sie sind ausgefüllt mit weißem, fast schaumstoffartigem Mark.

Die Krone ist dicht belaubt, die Blätter sind mattgrün, gegenständig, unpaarig gefiedert und haben deutlich gezähnte Blattränder. Die etwa 30 cm langen Laubblätter bestehen aus 5 - 7 elliptischen Einzelblättern. Diese wiederum sind ca. 8 - 10 cm lang. Das Blattwerk entwickelt sich in der Zeit von März bis April. 

Auffällig sind vor allem die cremeweißen, tellerförmigen Doldenblüten, die im Juni und Juli diesen alten Bekannten der Bauergärten schmücken. Die bis zu 30 cm großen Schirmrispen bestehen aus vielen Einzelblüten, die in der Regel fünfzählig sind. Sie besitzen entsprechend jeweils fünf Kelchblätter, fünf miteinander verwachsene Kronblätter, fünf freie Staubblätter mit gelben Staubbeuteln und drei miteinader verwachsene Fruchtblätter, die später in der Frucht drei Kerne bilden. Ein kleinerer Teil der Blüten ist jedoch auch vierzählig.

Die Blüten haben einen frischen, fruchtigen Duft, der unverwechselbar und für den Holunder typisch ist. Aus den Blüten kann auch schmackhafte "Hollerlimonade" gewonnen werden, die einen unverwecheslbaren Geschmack hat. Der dreiteilige Fruchtknoten entwickelt sich zu 3-samigen, kugeligen, 6 - 8 mm dicken, glänzenden Steinfrüchten mit blutrotem Saft. So auffällig wie die Blütenrispen sind auch die übervollen schwarzen Fruchtrispen. 

Früchte des Schwarzen Holunders:

Die Früchte des Schwarzen Holunders sind allerdings erst nach dem Kochen genießbar und können zu Saft, Gelee und Marmelade mit hohem Gehalt an den Vitaminen A, B und C weiterverarbeitet werden. Durch den hohen Vitamingehalt kann Holundersaft - täglich ein Gläschen - sehr gut zur Vorbeugung gegen  Erkältungskrankheiten und auch als Unterstützung, wenn die Grippe bereits zugeschlagen hat, angewendet werden.

Standort Schwarzer Holunder:

Finden kann man den Schwarzen Holunder als heimisches Wildgehölz in Waldlichtungen, an Wegrändern, Gebüschen und natürlich in Gärten. Als Landschaftsgehölz wird er für Schutzpflanzungen, Hecken, Obstgehölz und Zierstrauch verwendet.

Pflege des Schwarzen Holunders:

Er ist völlig anspruchslos, salzverträglich und frosthart und hat ein hohes Ausschlagsvermögen. Der Strauch gedeiht in Sonne und Schatten, benötigt keinen Schnitt und in gutem Gartenboden auch keinen Dünger. Der Boden sollte mäßig trocken bis feucht und bevorzugt alkalisch und stickstoffreich sein. Nachteilig beim Schwarzen Holunder ist nur, dass er eine magische Anziehungskraft auf Blattläuse ausübt. Er eignet sich für Einzelstellung ebenso wie für Pflanzungen in Wild- oder Naturhecken, wo die Holunderbeeren als Vogelfutter dienen. Jedoch beansprucht er einiges an Platz durch sein hohes Ausschlagsvermögen und dadurch, dass er bis zu 10 m hoch und 5 - 8 m breit werden kann.

Verwandte:

  • Zwergholunder und Roter Holunder
  • Zur näheren Verwandtschaft gehören außerdem Schneeball, Weigelie und Heckenkirsche.

Suchbegriffe
holunder, sambucus nigra, schwarzer holunder

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