Spalierobst
Spalierobst in Form bringen
Spalierobst, das ist eine sehr romantische Form der Gartengestaltung, wie man sie leider heute nur noch selten sieht. Die Kunst der Wachstumserziehung für Obstbäume ist schon sehr alt, aber leider in den letzten Jahrzehnten in Vergessenheit geraten. Gerade die immer kleiner werdenden Gartengrundstücke aber bieten Anlass dazu, nach platzsparenden Wuchsformen zu suchen und da ruft sich das Obstspalier wieder in Erinnerung.
Mit Spalierobst können unansehnliche Mauern, Wände und Fassaden verschönert werden, das Obst lässt sich leichter abernten, als von einem hohen Baum und auch das Beschneiden der Bäume ist deutlich leichter, weil man selbst entscheidet, wie sich der Wuchs entwickelt. Dennoch sollte bei einem solchen Vorhaben nicht übersehen werden, dass die Bildung von Obstspalieren auch zeit- und arbeitsintensiv ist.
Wie erhält das Spalierobst seine Form?
Bis auf den mittleren Trieb werden nun alle anderen entfernt. Auf diese Weise erhält man ein Spalier in U-Form. Es muss während des Wuchses darauf geachtet werden, dass nur diese drei Äste in die Höhe wachsen. Sind sie so hoch, dass sie weitere Unterstützung benötigen, bringt man einen weiteren Bambusstab waagerecht zwischen Ästen an.
Befestigung des Spalierobst
Möchte man ein Spalier erzeugen, das sich vor allem zu den Seiten stärker ausdehnt, damit es zum Beispiel als Hecke eingesetzt werden kann. So benötigt man ein stärkeres Gerüst. Dazu müssen im Abstand von gut einem Meter stabile Holzpfosten in die Erde eingebracht werden. Die Länge der Holzpfosten ist von der geplanten Höhe des Spaliers abhängig. Die Holzpfosten verbindet man mit stabilen Tauen jeweils in einem Abstand von dreißig Zentimetern in der Höhe, an dem die Zweige später entlang wachsen können. Für ein solch breites Spalier benötigt man mehr, als nur einen Baum. An mindestens jedem zweiten Pfosten muss ein Baum eingepflanzt werden. Ein solches Spalier ist besonders abwechslungsreich, wenn man darin verschiedene Apfelsorten miteinander verbindet, die vielleicht auch unterschiedliche Reifezeiten haben.
Nun befestigt man die seitlichen Äste zu beiden Seiten an den Tauen und entfernt die restlichen Zweige. Immer, wenn sich wieder neue seitliche Triebe auf der Höhe eines neuen Taues bilden, werden sie daran befestigt, alle anderen Triebe werden regelmäßig entfernt. Es dauert sicherlich einige Jahre, bis das Spalier eine einigermaßen dichte Hecke bildet, aber die Mühe lohnt sich, da ein solches Spalier wirklich eine Seltenheit ist.
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