Schlehe, Schlehdorn, Prunus spinosa
Der Schlehdorn (oder auch Schlehendorn) gehört zu den Rosengewächsen und wächst als Strauch, Busch oder Baum. Aufgrund seiner charakteristischen Merkmale ist er leicht zu erkennen.
Der Schlehendorn wird zwischen drei und vier Metern hoch und besitzt viele Kurz- und Langtriebe, welche mit Dornen versehen sind. Die Äste und Zweige sind rötlich bis grau und die Knospen hellbraun.
Bei genauer Begutachtung fällt auf, dass die Knospenschuppen leicht behaart sind. Die Blätter sind sommergrün und von der Form spiralig und z. T. auch buschig. Die Steinfrüchte, welche im Herbst/Winter gepflückt werden können sind dunkelblau bis schwarz.
Idealer Standort für den Schlehendorn
Die Verbreitung des Schlehdorns reicht von Europa östlich bis zum Kaukasus/Vorderasien
und südlich bis nach Nordafrika. Oft wird er jedoch auch in Nordamerika gefunden, was eine Einbürgerung der Pflanze belegt.
Der Schlehdorn bevorzugt sonnige und felsige Plätze und ist oft an Wald- und Straßenrändern zu sehen.
Bodenbedürfnisse für den Schlehendorn
Schnitt der Schlehe
Um die Ernte zu erleichtern sollte die Pflanze gelegentlich ausgelichtet werden. Selbst bei starker Beschneidung wird die Pflanze jedoch nicht absterben. Lediglich ist darauf zu achten, dass die Rinde nicht verletzt wird. Beim Schnitt ist also keine besondere Vorsicht geboten.
Ernte der Schlehe
Der Geschmack der Früchte wird milder, nachdem sie einmal im Herbst/Winter Frost bekommen haben, was auch gleichzeitig den Zeitpunkt der Ernte besagt. Alternativ kann man Schlehenbeeren auch kurz tiefkühlen, um den gleichen Effekt zu erreichen.
Im Oktober/November werden die Schlehenbeeren je nach Witterung geerntet. Vor dem ersten Frost ist die Frucht nicht genießbar und erst nach der Kälteeinwirkung lässt sich die Frucht vom Stein trennen.
Verwendung der Beeren
Oft werden Die Früchte genutzt um den Schlehensaft herzustellen, welcher sehr köstlich und reich an Vitaminen ist. Beliebt ist jedoch auch die Herstellung von Marmelade, Konfitüre oder gar Schlehenlikör.
Üblich ist auch die Trocknung der Früchte um im späteren Verfahren Tee aus den Beeren herzustellen. Dieser Tee wirkt sowohl harntreibend als auch abführend. Auch Entzündungen werden durch Einnahme des Tees geheilt.
Verwendung der Schlehenblüten:
Aus den Schlehenblüten, die im April am Schlehendorn zu finden sind, kann man einen blutreinigenden und stärkenden Schlehentee zubereiten. Auch vorbeugend gegen Nieren- und Blasensteine, soll der Schlehentee wirken.
Bei Hals- und Rachenentzündungen hilft ebenso der Schlehenblütentee. Regelmäßiges Gurgeln mit dem zubereiteten Getränk lässt Schmerzen schwinden.
Volksglaube über Schlehen:
Es wird behauptet, dass die Schlehe das Holz für die Dornenkrone von Jesus Christus geliefert hätte. Um den Herrgott von Ihrer Unschuld zu überzeugen, überschüttete die Schlehe Gott mit einer Fülle von weißen Blüten.
Ebenso besteht der Volksglaube, dass Schlehen hilfreich gegen Warzen seien. Hierfür nahm man früher eine Nacktschnecke und stach sie auf einen Schlehendorn auf. Während des langsamen Strebens der Schnecke sollte gleichzeitig die Warze verschwinden. Ein wirklich grausamer Brauch!
Foto Schlehe: Tamara Kulikova, Sally Wallis / shutterstock.com
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