Stachelbeere, Stachelbeeren, Ribes grossularia
Raue Schale – süßer Kern, eine Beschreibung die treffender nicht sein könnte. Stachelbeeren können schmackhaft eingekocht und konserviert werden, aber auch als fruchtiger Kuchenbelag oder Brotaufstrich sind die Vitaminbomben beliebt.
Stachelbeeren gibt es in den unterschiedlichsten Sorten, die sich in Koch- und Dessertsorten unterteilen. Während Kochsorten vor allem säuerlich sind und deshalb mit Gelierzucker eine fruchtig-säuerliche Geschmacksnote bieten, sind Dessertsorten wesentlich süßer und können direkt vom Stachelbeerstrauch verzehrt werden.
Dennoch müssen keinesfalls Kochsorten gepflanzt werden, um säuerliche Stachelbeeren zu ernten, denn wer die unreifen Dessertstachelbeeren vor dem Ausreifen pflückt, kann diese einwecken oder als Marmelade zubereiten. Trotz säuerlichem Geschmack sind die kleinen unreifen Stachelbeeren bedenkenlos zum Einkochen geeignet.
Zusätzlich erlangt man eine reichere Ernte, wenn man Stachelbeeren im Frühjahr ausdünnt, denn somit können die restlich verbleibenden Beeren besser am Strauch ausreifen und gewinnen an Größe.
Formenvielfalt der Stachelbeeren
Büsche, Kordons, Hochstämmchen oder in Fächerform: Stachelbeeren können in verschiedensten Formen gezogen werden. Meist werden im Garten Büsche gepflanzt, die jedoch einen regelmäßigen Schnitt erhalten sollten, um „in Form“ zu bleiben und auch der Ernteerfolg ist maßgeblich beteiligt am richtigen Schnitt der Stachelbeerbüsche. Der Ertrag variiert abhängig von der gewählten Sorte. Durchschnittlich kann man rund 4 kg Stachelbeeren pro Erntejahr eines Stachelbeerbusches erwarten.
Wer Hochstämmchen mag, kann der Stachelbeere auch den entsprechenden Schnitt verpassen.
Bei Kordons sollte man erwähnen, dass der regelmäßige Schnitt wichtig ist, da die Stachelbeeren schnell wachsen. Daher wird der Busch sowohl im Sommer, als auch im Winter geschnitten, um die kleine platzsparende Form zu erhalten. Stachelbeeren tragen bei dieser kompakten Schnittform gut und können einfach gepflückt werden. Rund 1 bis 1,5 kg Ernteertrag kann man bei dieser Schnittform erwarten.
Pflege und Pflanztipps zur Stachelbeere
Stachelbeeren wachsen unproblematisch und können auf den unterschiedlichsten Gartenböden gepflanzt werden. Bevorzugt werden jedoch Böden, die leicht sauer, mit einem pH-Wert um die 6 bis 6,5 liegen. Staunässe und ein durchlässiger Untergrund sichern eine gute Ernte. Wer hier etwas nachhelfen möchte, kann bei Pflanzung verrotteten Kompost in das Pflanzloch beimengen.
Bei Kultivierung zahlreicher Stachelbeersträucher sollte der Pflanzabstand zwischen den einzelnen Büschen rund 1,5 Meter betragen, da die Sträucher in späteren Jahren durchaus groß und ausladend werden können. Wer hier zu dicht pflanzt riskiert, dass Krankheiten sich schnell ausbreiten und der Ernteertrag geringer ist. Bei Kordons hingegen genügt ein Pflanzabstand von 40 bis 45 cm.
Bei warmen Außentemperaturen sollten die Stachelbeeren zusätzlich gewässert werden, da sie einen hohen Wasserbedarf haben. Wer zu wenig gießt kann beobachten, wie einzelne Stachelbeeren an der Fruchtschale aufplatzen.
Auch eine ausreichende Nährstoffversorgung ist maßgeblich wichtig. 15g pro Quadratmeter an schwefelsaurem Kali sollte im März gedüngt werden. Zusätzlich ist eine Gabe von organischem Volldünger (Fischmehl, Knochenmehl) zu empfehlen. Stickstoffreicher Dünger sollte vermeiden werden, da der Stickstoff überwiegend das Blattwachstum anregt und dadurch Krankheiten wie Mehltau verstärkt auftreten können.
Nach der Düngergabe ist das Abdecken der Erdoberfläche durch eine Mulchschicht ratsam, diese hält den Boden feucht und deckt die angereicherte Gartenerde ab.
Schnitt der Stachelbeeren
Krankheiten an Stachelbeerbüschen können häufig verhindert werden, wenn ein großzügiger Pflanzabstand eingehalten wird und auch die Wuchsform der Sträucher eine offene Struktur aufweist. Das Zurückschneiden von Zweigen und Seitentrieben sollte bereits in ersten ersten Jahren der Pflanzung stattfinden.
Der erste Winterschnitt erfolgt im Februar oder März. Hierfür sollte man 4 oder 5 der stärksten Hauptäste auswählen und diese um die Hälfte einkürzen. Der Schnitt sollte angesetzt werden, wo eine Knospe nach außen und oben zeigt. Die restlichen Seitentriebe können ausgeschnitten werden und vor allem in der Mitte des Strauchs sollte ausgelichtet werden.
Beim zweiten Winterschnitt, der im März des darauffolgenden Jahres folgen sollte, werden die Hauptäste um rund ein Viertel des Neuaustriebs des letzten Jahres eingekürzt. Es sollten rund 8 bis 10 Hauptäste stehen bleiben, die gleichmäßig verteilt sind. Andere Seitentriebe können auf 4 Knospen eingekürzt werden.
Bei älteren Stachelbeersträuchern kann ein Winterschnitt zwischen November und März erfolgen. Hierfür werden ältere Äste um rund ein Viertel eingekürzt. Bei jüngeren Ästen kann bis zur Hälfte des Neuaustriebs des vergangenen Jahres eingekürzt werden. Dichte Äste und Verzweigungen aus der Mitte des Stachelbeerstrauchs werden bis zur Basis eingekürzt. Falls der Strauch nicht sehr dicht gewachsen ist, kann man ebenso die Hauptäste ausschließlich an der Spitze kürzen und nur die unerwünschten Seitentriebe bis auf 1 bis 4 Knospen herunterschneiden. Bei dichten Sträuchern, die einen kurzen Stamm haben, sollte dieser stets frei gehalten werden. Unerwünschte Äste werden deshalb aus der Mitte gekürzt.
Bekannte und Beliebte Stachelbeersorten
o Greenfinch (geringer Platzbedarf)
o Leveller (große, gelbe Stachelbeeren. Benötigt einen guten und durchlässigen Gartenboden)
o Careless ( eine frühreife Sorte, allerdings auch anfällig für Mehltau, alte Sorte)
o Captivator (sehr leckere, süße Beere, die resistent gegen Mehltau ist und keine Stacheln vorweist)
Bekannte Krankheiten der Stachelbeere
- Stachelbeeren können unter schlechten Bedingungen zahlreiche Erkrankungen vorweisen. Nicht selten befällt Mehltau die Stachelbeersträucher.
- Eine weitere Pilzerkrankung die immer wieder festzustellen ist, ist „Stachelbeer-Rost“. Hierbei bilden sich Pusteln und Bläschen auf den Blättern der Stachelbeere, ausgelöst durch trockene Bedingungen, hauptsächlich im Frühjahr.
- Der Amerikanische Stachelbeermehltau kann ebenso Blattverfärbungen und braune, fleckige Stellen an den Sträuchern hinterlassen. Generell sind die mit Mehltau befallenen Beeren zwar essbar, sehen aber optisch wenig appetitlich aus.
- Sind die Blätter hingegen an den Rändern gelb oder gar komplett braun verfärbt, kann dies auch auf einen Kaliummangel hindeuten.
Vitamine und Inhaltsstoffe der Stachelbeere
Die Stachelbeeren sind nicht nur kulinarisch, sondern auch gesundheitlich zu empfehlen. Die zahlreich vorhandenen Pektine regen die Darmtätigkeit an und lassen Blutfette weniger werden. Der hohe Gehalt an Vitamin C und B- Vitaminen unterstützen ein gutes Immunsystem und sorgen für feste Zähne und Knochen.
Darüber hinaus enthält die Stachelbeere reichlich Kieselsäure, die bekanntermaßen Haare, Nägel und Gefäßwende festigt und kräftigt. Krampfadern, Menstruationsbeschwerden und Verdauungsstörungen können durch den Verzehr von vollreifen Stachelbeeren günstig beeinflusst werden.
Küchentipps, Lagerung und Haltbarkeit
Stachelbeeren haben den höchsten Vitamingehalt, wenn sie vollreif geerntet und roh verzehrt werden. Die Beeren können aber auch zu Kompott, Marmelade, als Kuchenbelag oder für grüne Grütze weiterverarbeitet werden.
Reife Stachelbeeren können bei frühen Stachelbeersorten bereits ab Juni abgeerntet und verzehrt werden. Wer die Stachelbeeren lagern möchte, kann die reifen Früchte rund zehn Tage im Kühlschrank aufbewahren oder die Beeren eingefrieren.
Stachelbeerfotos: Madlen, Andrey Savin, Valentina_G, Valentyn Volkov / shutterstock.com
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Kommentare
Sie sind noch ziemlich klein (um die 30-40 cm)
Ab wann fangen sie an Früchte zu tragen?
Und kann man die im Winter noch einpflanzen?
Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.
Mfg, L piepenpott
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