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Sonnenblume, Sonnenblumen, Helanthius
Blumen - Sorten, Pflege und Kultivierung

Sonnenblume, Sonnenblumen, Helanthius

Sonnenblume, Sonnenblumen(ddp) Ihre Namensgeberin am Himmel verfolgt die Sonnenblume beim Wachsen buchstäblich. Heliotropismus nennt man dieses Phänomen: «Vom Jugendstadium bis zur Hauptblüte dreht sich die ganze Pflanze mit der Sonne - von Ost nach West und in der Nacht wieder zurück», erläutert Karl Geiger, Leiter des Heliaresearch, des Europäischen Instituts für Sonnenblumenforschung im österreichischen Tulbing. Ab der Hauptblüte ist der Stängel dazu dann zu steif, dann schauen die Köpfe in der Regel nach Osten in Richtung Sonnenaufgang.

Herkunft der Sonnenblume

Die Sonnenblume stammt ursprünglich aus Amerika. Dort wurde sie von den Indianern bereits früh zum Verzehr, aber auch für medizinische und religiöse Zwecke kultiviert. Im 16. Jahrhundert kam sie auf dem Seeweg zunächst nach Spanien und eroberte von dort aus die europäischen Gärten, zunächst als reine Zierpflanze. Die kommerzielle Sonnenblumenölnutzung begann um 1830. «Von diesem Zeitpunkt an kann von einem unaufhaltsamen Siegeszug der Sonnenblume gesprochen werden», sagt Geiger.

Sonnenblumensorten

Ein Siegeszug, der sich bis heute fortsetzt, auch in den Gärten. Kein Wunder, Sonnenblumen gibt es für jeden Geschmack. Geiger schätzt, dass es in Samenhandlungen zwischen 30 und 50 Sorten Garten-Sonnenblumen gibt: «Darunter auch Spezialsorten für den Schnitt, die völlig pollenstaubfrei sind.» Neben den typischen einjährigen Arten gibt es auch mehrjährige Sorten, neben den «klassischen» eintriebigen Sorten auch verzweigte mit mehreren Köpfen.

«Die Farbpalette reicht von sonnengelb bis braun-orange, es gibt auch verschiedenfarbige Arten», berichtet Alois Englmeier, Gärtnermeister auf der Insel Mainau. Auch in puncto Größe ist die Sonnenblume vielseitig: Von 40 Zentimeter bis 3 Meter und größer reicht die Palette. «Kompakt wachsende Sorten mit 30 bis 40 Zentimetern Höhe sind auch für Blumenkästen geeignet, in Kübel sollten Sorten gepflanzt werden, die maximal 1,50 Meter hoch werden», empfiehlt der Gartenexperte.

Pflanztipps für Sonnenblumen

Sonnenblumen werden ab April direkt im Freiland gesät. Mit dem richtigen Sortenmix könne man sich den ganzen Sommer über an den Blüten freuen, sagt Gartenexperte Englmeier. Sonnenblumenfachmann Geiger hat noch einen weiteren Tipp: «Bei eintriebigen Sorten ist ein Zeitstufenanbau im Abstand von jeweils 14 Tagen zu empfehlen, dadurch können auch diese Sorten ein langes Blühbild im Garten zeigen.» Bei verzweigten Sorten sollten die verblühten Köpfe abgeschnitten werden, dann blüht die Pflanze bis in den Herbst hinein.

Die Sonnenanbeterin ist nicht nur schön, sondern auch pflegeleicht. «Sie ist natürlich ein Sonnenkind», betont Englmeier, «aber wenn sie volle Sonne hat, ausreichend Luft an die Pflanze kommt und der Boden durchlässig ist, so dass keine Staunässe entsteht, dann gibt es mit der Sonnenblume keine Probleme.» Allerdings haben die großen Pflanzen einen hohen Nährstoffbedarf, der Gartenfachmann empfiehlt daher zweimal wöchentlich Grünpflanzendünger nach Herstellervorschrift.

Abgestützt werden müssten selbst die meterhohen Exemplare fast nie, wenn ihnen genügend Standraum gelassen werde, um kräftig zu wachsen, sagt Geiger: «Die Stängel brechen selten, bei Gewitter und nassem Boden kann ein Sturm die Pflanzen allerdings mit dem ganzen Wurzelballen umwerfen, denn Sonnenblumen sind Flachwurzler.»

Obwohl die meisten Sonnenblumen einjährig sind, hat man auch in den Folgejahren Blütenfreude zu erwarten: «Wo Sonnenblumen angebaut wurden, werden jedes Jahr wieder Ausfallkerne aufgehen, die sich durch Fremdbefruchtung mit anderen Sorten kreuzen. So entsteht eine neue interessante Blütenvielfalt», erläutert Geiger. Zum Überraschungseffekt im Folgejahr trage auch bei, dass viele Sonnenblumenarten sogenannte F1-Hybriden seien, die sich wieder aufspalteten, sagt Englmeier: «Man hat im nächsten Jahr dann zwei verschiedene Sorten, die 'Eltern', aber nicht mehr die Eigenschaften der Ursprungspflanze. Da kann man seine eigenen Studien in Vererbungslehre durchführen», lacht der Fachmann.

Und nicht nur die Menschen haben Freude an den Blumen: Sonnenblumen locken Vögel in den Garten, die gerne von den Samen naschen. Wer also von einer ganz bestimmte Pflanze - sofern es keine Hybride ist - Samen gewinnen möchte, sollte diese rechtzeitig vor Einsetzen der Samenreife durch ein Netz schützen.

Sonnenblumen als Schnittblume

Auch als Schnittblume ist die Sonnenblume beliebt. Dabei gilt: Je kürzer der Stiel der Sonnenblume in der Vase sei, desto länger habe man Freude an seinem Strauß, betont Günther Dahlmann vom Fachverband Deutscher Floristen in Hamburg: «Im kompakten Strauß, zum Beispiel in der Symbiose mit Beeren ist die Verdunstung reduziert, da hält sie deutlich länger.» Aus dem gleichen Grund empfiehlt es sich auch, so viele Blätter wie möglich wegzunehmen.

Sonnenblumen sollten schräg angeschnitten und dann «angebrüht» werden. Dazu wird ein Gefäß circa 5 Zentimeter hoch mit heißem Wasser gefüllt und die Blumen werden für drei Minuten hineingestellt. «Das bewirkt, dass die Stiele verholzen und Keime abgetötet werden. Die Blume kann dann besser Wasser aufnehmen», erläutert Dahlmann.

Übrigens: Auch wenn es ein typisches Stillleben-Motiv ist, sollten Sonnenblumen und Obst nicht nebeneinander gestellt werden. «Aus dem Obst treten Gase aus, unter denen Schnittblumen leiden. Dadurch sinkt die Haltbarkeit. Das ist aber nicht nur bei der Sonnenblume, sondern bei allen Schnittblumen so», rät der Blumenexperte.

 
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