Dachbegrünung: Mein grünes Dach - zurück zur Natur

Ob Dach, Hausform, Farbe, alles was mit einem Haus in Verbindung gebracht wird, ist in irgendwelchen Vorschriften einer Bauordnung geregelt. Vieles ist jedoch Ländersache, was soviel heißt, was in München genehmigt wird, muss in Hamburg noch lange keinen Bestand haben. Durch Merkblätter und Anfragen bei einem Bauamt seiner Region lässt sich die Vorstufe eines Bebauungsantrages vorab schon mal klären.

Statik und Förderung von Dachbegrünungen

Die Dachbegrünung eines Hauses ist nicht nur von der Form des Daches abhängig, sondern auch von der Lage des Hauses und der Statik, die bei einem Neubau kein Problem darstellt. Einige Kommunen unterstützen diese Programme mit Finanzierungshilfen oder einer Reduzierung der Abwassergebühren.

Aufbau der Dachbegrünung (Dachabdichtung, Dachneigung)

Entscheidend für eine biotopische Pflanzbedachung ist die Dachneigung, die zwischen 5 und 15% die besten Voraussetzungen für eine Grünbepflanzung sichert. Der Aufbau gestaltet sich folgendermaßen:
Das Wichtigste ist die Grundabdichtung des Daches, bevor mit der Begrünung begonnen werden kann, wenn hier geschlampt wird und die Begrünung vollzogen ist, lässt sich an der Bodenschicht kaum noch etwas ändern.
Die erste Schicht zum Abdichten des Daches besteht aus Kaltbitumen, es ist aber von der Dachbeschaffenheit abhängig, ob es sich um eine Betondecke oder Holzdecke handelt. Der eigentliche Aufbau beginnt nach der Ausgleichsschicht mit einer wurzelfreien Dachabdichtung, einer Dränageschicht, einem Trennvlies und der Vegetationstrageschicht, also dem Erdreich zum Bepflanzen des Daches, oder einem Substrat wie man es auch für Hydrokultur verwendet. Ganz wichtig ist die Verlegung einer Dränageschicht, damit das überschüssige Wasser ablaufen kann, was sich in Grenzen hält, denn rund 50% der Feuchtigkeit verdampft. Aus diesem Grund verlangen einige Kommunen weniger Abwassergebühren.

Genehmigung der Dachbegrünung bei Neubau und Altbau

Bei einem Neubau kann ein Gründach direkt in den Bauantrag mit einbezogen werden, das bereitet die wenigsten Probleme, wenn da nicht noch der Bebauungsplan ein Wörtchen mitzureden hat. Stimmt die Form des Hauses mit der Gesamtansicht des Bebauungsplanes in Bezug auf Firsthöhe, Dachneigung und Eindeckung nicht überein, kann hier auch ein Verbot der Dachbegrünung ausgesprochen werden. Das Integrieren eines Hauses in den Bebauungsplan und der Wohnanlage steht hier an  erster Stelle.

Bei einem älteren Haus ist es mit dem Genehmigungsverfahren deutlich komplizierter. Stimmt die Dachneigung nicht, muss erst ein Umbau des Daches erfolgen, welches vorher vom Bauamt genehmigt werden muss. Bei einem Umbau von Spitz- auf Flachdach ist die Konstruktionslast der Begrünung zu berücksichtigen.

Vorteile der Dachbegrünung

Die Vorteile einer Grünbedachung sind ein erhöhter Lärmschutz, eine zusätzliche Wärmedämmung, die im Winter wärmt und im Sommer kühlt und eine verlängerte Lebensdauer des Daches.
Für die Tierwelt ist es ein neues Biotop, für den Nachbarn schön anzusehen und die Luft verbessert es auch noch, natürlich wird ein Dach noch keinen Regenwald ersetzen.

Nachteile der Dachbegrünung

Die Nachteile sind dagegen gering, auch wenn man am Anfang mit höheren Anschaffungskosten rechnen muss. Das Dach wird wie der Garten hin und wieder beschnitten und wenn nötig, etwas Substrat aufgebracht, das ist schon alles.

Bepflanzung der Dachfläche

Der Vegetation auf dem neuen begrünten Dach sind kaum Grenzen gesetzt, hier ist nur zu berücksichtigen, dass auch mal ein starker Wind herrschen kann und unbedingt auf die Substratdicke, die für die Ernährung der Pflanzen zuständig ist, geachtet wird. Zu wenig Substrat gibt den Pflanzen auch zu wenig Wasser. Ebenso hat man bei einem höheren Erdaufbau mehr Pflanzmöglichkeiten. Ab einer Substrathöhe von 15 cm kann man auch Ziergräser, Stauden, Silberwurz, Fingerkraut und hitzenempfindliche Kräuter wie Thymian und Salbei anpflanzen.

In den ersten Wochen nach der Dachbegrünung sollte man die neuen Pflanzen unbedingt angießen. Vier mal wöchentlich wäre ratsam, um die schnelle Wurzelbildung zu fördern. Sind die Pflanzen angewachsen, reicht als Pflegemaßnahme ein ein- oder zweimaliges Unkrautjäten auf der Dachfläche. Samen von Birke und Weide sollten stets unverzüglich entfernt werden.

Kosten, Preis intensive und extensive Dachbegrünung

Die Kosten für eine extensive Dachbegrünung liegen bei ca. 65,-€bis 85,-€ je Quadratmeter. Für eine intensive Dachbegrünung muss man ungefähr doppelt so viel rechnen. Der Unterschied liegt an der Höhe (Dicke) des aufgetragenen Substrats. Weniger Substrat, kleineres Pflanzgut, mehr Substrat, größeres Pflanzgut und demzufolge natürlich höhere Kosten.


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