Passionsblume, Passiflora

PassionsblumeDie Passionsblume mit ihren wunderschönen Blüten ist zu einer beliebten Zierpflanze geworden. Die exotische Kletterpflanze kann die Fensterbank, den Wintergarten, die Terrasse oder sogar den Garten schmücken. Von April bis spät in den Oktober hinein, zeigt sie ihre faszinierenden Blüten.

Anfang des 17. Jahrhunderts entdeckten Missionare die tropische Liane. Sie sahen in den Blüten eine Symbolik der Passion Christi. So erhielt sie den Namen „Passiflora" (lat. Passio/ das Leiden). Über 450 Arten der Passionsblume wachsen in Amerika und einige Varianten sind in Asien und Australien beheimatet.

Aussehen der Passionsblume

Die strauchartige Kletterpflanze wird bei guter Pflege über zehn Meter hoch und bildet wunderschöne Blüten. Der Stängel ist sehr dünn und dazu gerillt. Die Blätter können je nach Art bis zu 15 cm lang und 16 cm breit werden. Sie sind dreifach oder fünffach gelappt und nur leicht behaart. Ihre dunkelgrünen Oberseiten glänzen herrlich im Sonnenlicht. Der Wuchs der Blätter ist unregelmäßig und das hat seine Gründe: Denn der Hauptvernichter der Blätter ist das Schmetterlingsweibchen. So imitiert die Passionsblume kugelige Auswüchse an Blattstielen, Blattflächen und Nebenblätter. Sie signalisiert dem Feind „Besetzt, leg deine Eier woanders ab".

In den Blattachseln der jungen Blätter wachsen die imposanten Blüten. Je nach Art variiert die Farbe der Blüten. Von weiß über rosa bis hin zu den markant aussehenden schwarzen Blüten. Die bis zu 9 cm großen Blüten bestehen aus fünf Kelch- und fünf Kronenblätter, sie breiten sich zu einem regelmäßigen Zehner-Stern aus. Der Strahlenkranz in der Blütenkrone (Corona) bildet die Nebenkrone.

Heilwirkung der Passionsblume

Die Passionsblume bestäubt sich selbst. Die dabei entstehenden Früchte sind grün bis gelb und 3 cm lang. Sie sind säuerlich-süß und schmecken angenehm frisch. Allerdings sollten sie erst nach dem Abfallen verzehrt werden, da sie sonst Übelkeit und Erbrechen auslösen können.

Die Passionsfrüchte enthalten Vitamin C, B12 und 6, sowie Eisen und Calcium. Als Grenadillen oder Granadillen bekannt, werden sie in den Herkunftsländern zur Gesunderhaltung des Körpers verzehrt. Auch bei uns sind sie in der Heilkunde zu einer wichtigen Naturmedizin geworden.

Die Früchte werden in verschiedenen Darreichungsformen bei Stress, Schlafstörungen, Unruhe und hohen Blutdruck verwendet.

Standort und Pflege des tropischen und suptropischen Gehölzes

Der ideale Standort für die Passionsblume ist ein geräumiges Pflanzengefäß, ausgestattet mit einer Rankhilfe. Diese Unterstützung ist wichtig, denn die Passionsblume ist ein aktiver Kletterer. Darf sie sich nicht entfalten, stellt sie das Blühen ein. Deshalb sollte die Pflanze grundsätzlich frei wachsen und ranken, dann belohnt sie den Blumenfreund mit einer wunderschönen Blütenpracht.

Ist der Standort hell, windgeschützt und zudem luftig, fühlt sich die Blume besonders wohl. Zeitweise Sonnenstrahlen empfindet sie als wohltuend, jedoch mag sie die Sonne nicht über Stunden. Obwohl sie suptropisches Klima gewohnt ist, können einige Arten bis 10° auch überwintern. Allerdings mögen die meisten Arten 10° bis 15°, deshalb sollte die Passionsblume bei Frost, an einem hellen und kühlen Standort den Winter verbringen.

Inzwischen gibt es auch wenige Arten, die bis -15° winterfest sind und geschützt im Gartenbeet belassen werden können. Zu einer bekannten, winterfesten Sorte gehört Passiflora caerulea, die geschützt im Freiland überwintert werden kann.

Das Gießen sollte nur zeitweise geschehen. Ein Düngen ist nicht notwendig, denn die Pflanze ruht sich bis zum Frühjahr aus. Vor dem Überwintern müssen die Seitentriebe stark zurückgeschnitten werden (ca. 5 Augen). Auch im Sommer erhöht ein Rückschnitt die Blühwilligkeit.

Samen und Stecklinge der Passionsblume

Junge Pflanzen der Passionsblume stellen keine hohen Ansprüche. Gepflanzt in einem kleinen Topf mit lockerer Erde auf Kompostbasis, sind sie schon rank- und blühfreudig. Allerdings sollten die kleinen Blumen im Frühjahr in ein größeres Gefäß umgepflanzt werden. Optimal sind 20 cm, denn in größeren Gefäßen fühlen sich die Jungpflanzen nicht wohl und blühen nur ab und zu. Die jungen Triebe sollten vorsichtig um die Rankhilfe gelegt werden, bis sich eigene Ranken bilden.

Ebenso können die Samen aus der Frucht in Ansaaterde oder Torf gesät werden. Jedoch ist dies nicht ganz einfach. In kleinen Gewächshäusern gepflanzt und mit Folie überzogen, brauchen die Samen eine Temperatur von 20° bis 25°. Mit ein wenig Glück keimen sie nach zwei bis drei Wochen. Ältere Pflanzen werden im Frühjahr zurückgestutzt und die Seitentriebe eingekürzt. Alternativ können Stecklinge von nichtverholzten Trieben in Aussaaterde kultiviert und bewurzelt werden.

Während der Hauptwachstumszeit (April bis September) muss die Pflanze reichlich gewässert werden. Die Erde sollte immer feucht sein, Staunässe ist zu vermeiden, denn sie schadet den Wurzeln. Eine Düngung alle vierzehn Tage sorgt für das Wachstum und exotischen Blütenzauber.

Mit ein wenig Glück blüht die Pflanze schon im ersten Jahr. Jedoch sollte der Blumenfreund nicht enttäuscht sein, wenn sie noch nicht dazu bereit ist. Spätestens im zweiten Jahr überrascht sie ihn mit ihren einzigartigen Blüten.

Foto "Passionsblume": Gartenzeitung.com


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