Holunderblüten und Holunderbeeren - gesund und vielseitig
(dgk) Wenn der Holunder blüht, ist der Sommer nicht mehr fern! Von Mai
bis Juli verströmen Holunderblüten ihren süß-aromatischen Duft. Ihr
Aroma wie auch die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten des „Hollers"
oder „Holders" wussten Menschen schon seit der Steinzeit zu schätzen.
Über Jahrhunderte hinweg kam er sowohl in der Küche als auch in der
Volksmedizin zum Einsatz. Denn Holunderblüten enthalten ätherische Öle
und gesundheitsfördernde Pflanzenfarbstoffe (Flavonoide) sowie
organische Säuren, Schleim- und Gerbstoffe. Sie wirken schweißtreibend,
schleimlösend und stärken das Immunsystem - eine ideale Kombination
beispielsweise für Tees gegen Erkältungskrankheiten.
Auch die
reifen Früchte, die im September geerntet werden können, haben es in
sich: Schwarze Holunderbeeren sind reich an Kalium, Eisen und Mangan.
Bei den Vitaminen ragen Vitamin E, Vitamin K, Vitamin C und Vitamin B6
heraus. Zudem enthalten sie weitere gesundheitsstärkende Inhaltsstoffe,
beispielsweise die Pflanzenfarbstoffe Quercetin und die für die dunkle
Farbe verantwortlichen Anthocyane. Beide Substanzen zeichnen sich durch
ein sehr hohes antioxidatives Potenzial aus, das freie Radikale
abwehren und die Zellen vor Alterungsprozessen schützen kann. Doch
Vorsicht: Die herb-süßen Früchte enthalten auch einen schwach giftigen
Stoff, das Sambunigrin. Es zerfällt durch Hitze, deshalb müssen
Holunderbeeren vor dem Verzehr erhitzt werden.
In den
vergangenen Jahren hat sich der Holunder zum Trendaroma gemausert: Ob
als Sirup oder Essenz, in Erfrischungsgetränken oder Milchprodukten -
sein besonderes Aroma ist überall zu finden. Doch Holunder eignet sich
auch hervorragend für eigene kulinarische Experimente. Wer
beispielsweise Limonade, Bowle oder Gelee aromatisieren möchte,
schneidet die cremefarbenen, voll aufgeblühten Dolden mit einer Schere
ab, braust sie kurz ab und lässt sie mit Wasser, Weißwein oder einem
hellen Traubensaft knapp einen Tag ziehen. So braucht man für eine
„Junibowle" sieben Holunderblütendolden, die in 1,5 Liter Riesling
einige Stunden durchziehen. (Für die alkoholfreie Variante hellen
Traubensaft verwenden). Einige Zitronenmelisseblätter zugeben - sie
runden den Geschmack ab - und die Bowle noch einmal vier Stunden im
Kühlschrank ruhen lassen. Danach abseihen, nach Geschmack mit Sekt
(oder Mineralwasser) auffüllen und genießen!
Quellen:
Pahlow, Mannfried: Das große Buch der Heilpflanzen. Gräfe und Unzer Verlag
Bocksch, Manfred, Bott, Irmgard: Gesunde Wildkräuterküche. BLV Verlagsgesellchaft
Rezept für Hollerküchle, Holunderküchle
Hollerküchle
- für 10 kleine Pfannkuchen -
Zutaten:
- 150 Gramm Weizenmehl, Type 1050
- Puderzucker oder Holunderblütensirup zum Süßen
Zubereitung der Hollerküchle:
Die Holunderblüten frisch pflücken und vor der Verarbeitung auf Insekten untersuchen.
Die
Eier trennen; die zwei Eiklar zu festem Eischnee schlagen. Das Mehl mit
den Eigelb, dem Mineralwasser, Öl, Zucker und Salz zu einem Teig
verrühren und 15 Minuten quellen lassen. Danach den Eischnee
unterheben.
In einer Pfanne etwas Rapsöl erhitzen. Etwa 3 bis 4
Esslöffel Teig zu einem kleinen Pfannkuchen hinein geben. Sofort eine
Blütendolde in den Teig halten und leicht eindrücken. Mit der Schere
die einzelnen Blüten abschneiden. Den Pfannkuchen wenden, wenn er von
unten goldgelb gebacken ist und auf der anderen Seite fertig backen.
Die restlichen Pfannkuchen ausbacken. Nach Geschmack mit Puderzucker
oder Holunderblütensirup servieren.
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