Heilwirkung Zwiebel

Die Zwiebel - Allium cepa - in der Geschichte

Die Geschichte der Zwiebel als Heilmittel reicht bis einige Jahrtausende vor Christus zurück. Schon im alten Ägypten aßen die Arbeiter sie oft und viel, da sie zum einen durch den Zuckergehalt mit Energie versorgt wurden, zum anderen durch die antibakterielle Eigenschaft Krankheiten verhindert wurden.

Im Mittelalter wurde sie vor allem bei Krankheiten der Nieren eingesetzt. In dieser Zeit half die Zwiebel auch gegen Säftverderbnis, einer Erkrankung von Blut, Lymphen, Galle, Hormone und Verdauungssäften, die zu verschiedenen chronischen Krankheiten führte. Aufgrund der Heilkraft der Zwiebel dichtete man ihr im Mittelalter übernatürliche Kräfte an: So sollte durch das Aufhängen von drei weißen Zwiebel an der Stalltür Hexen vom Vieh ferngehalten werden.

Wirksame Inhaltstoffe der Zwiebel

Die Wirkung der Zwiebel ist auf die Thiosulfinate, schwefelhaltige Aminosäuren, zurückzuführen. Weitere Inhaltstoffe sind Flavonoide, ätherisches Öl, Peptide und Diphenylamin.

Wird die Zwiebel verarbeitet, wandeln Enzyme die Thiosulfinaten in Lauchöle und Cepaene  um. Eines dieser Lauchöle sorgt zum Beispiel dafür, dass die Augen beim Schneiden tränen.

Thiosulfinate und Cepaene wirken hemmend auf bestimmte Enzyme, die an Entzündungsreaktionen beteiligt sind. Zwiebelsud und -tee werden daher häufig bei Bronchitiden eingesetzt und lindern hier die Beschwerden. Da auch bei Asthma bronchiale eine Entzündung der Bronchien vorliegt, kann die Zwiebel auf die Ausbreitung und den Verlauf von asthmatischen Anfällen Einfluss nehmen.

Ebenfalls hemmen die Wirkstoffe der Zwiebel Enzyme, die an der Blutgerinnung mitwirken. Prophylaktisch kann sie daher bei Patienten, bei denen aufgrund von Gefäßveränderungen ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder anderen Krankheiten besteht, eingenommen werden. Die lipid- und blutdrucksenkende Wirkung verstärkt diesen Effekt zusätzlich.

Antibakterielle Wirkung der Zwiebel

Antibakteriell wirkt die Zwiebel gegen Bacillus subtilis, Pseudomonas aeruginosa und Escherichia coli. Bacillus subtilis, das Heubazillus, kann Lebensmittelvergiftungen hervorrufen. Auch Hornverletzungen des Auges durch Stroh, die zu einer Entzündung führt, kann durch Bacillus subtilis ausgelöst sein.

Pseudomonas aerugnosa ist ein Krankenhauskeim, der Mehrfachresistenzen gegenüber Antibiotika zeigt. Hier wäre die Zwiebel ein zumindest sinnvoller Versuch, die durch das Bakterium häufig verursachten Lungenentzündungen bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem, zu lindern beziehungsweise zu heilen. Mögliche weitere Krankheiten sind Harnwegsinfekte, Darm-, Hirnhautentzündung oder eine Infektion des Außenohrs.

Escherichia coli ist eine der häufigsten Ursachen für Lebensmittelvergiftungen mit akuten Brech-Durchfall.


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