Anis, süßer Kümmel, römischer Fenchel, Pimpinella anisum
Andere Namen des Anis sind Süßer Kümmel, Brotsamen oder Römischer Fenchel. Der Anis wird 30 bis 70 Zentimeter hoch und hat einen gerillten Blütenstiel. Der Doldenblütler zeigt im Juli und August seine kleinen, weißen Blüten. Die Pflanze stammt aus dem Mittelmeerraum und ist auch in Indien und Mexiko verbreitet. Sie gedeiht in südlicher Wärme besonders gut. In Mittel- und Nordeuropa reifen die Samen des Anis nur in einem heißen und langandauernden Sommer. Anis ist eine einjährige Pflanze und nicht winterhart.
Standort für Anis
Der Anis ist sehr anspruchsvoll, benötigt einen sonnigen und warmen Standort und einen nährstoffreichen, kalkhaltigen Boden. Für die Verwendung als Topfpflanze ist Anis nicht so gut geeignet, weil er eine sehr lange Pfahlwurzel bildet.
Aussaat und Vermehrung von Anis
Die Aussaat kann ab Ende März im Haus oder ab Mai direkt ins Freiland erfolgen. Die Samen müssen ungefähr einen Zentimeter dick mit Erde bedeckt werden. Die Keimdauer des Anis ist mit drei bis vier Wochen relativ lang. Auch der Wuchs der Pflanze ist mit vier Monaten eher langwierig. Die wirklich schwer zu ziehende Pflanze ist eine Herausforderung für jeden Kräutergärtner.
Ernte von Anis
Sobald die Blütendolden ihre Farbe wechseln, spätestens im September oder Oktober, werden sie abgeschnitten und getrocknet. Dabei sollten sie in einen Korb oder eine Schale gelegt werden, damit die Samen aufgefangen werden können, denn es sind die Samenkörner des Anis, die den typischen Geschmack tragen und bevorzugt verwendet werden. Nach dem Trocknen muss man die Samenkörner waschen und erneut trocknen lassen, bevor man die Samenhüllen abstreift.
Zur Aufbewahrung der getrockneten Samen bieten sich luftdicht verschließbare, dunkle Gefäße an. Verfärben sich die Samenkörner dunkel, so werden sie ungenießbar.
Aus den Stengeln und Blättern der Anis-Pflanze wird Anisöl gewonnen, das vor allem im medizinischen Bereich verwendet wird. Diese Prozedur ist jedoch für den Hausgebrauch nicht geeignet. Stiele, Blüten und Wurzel des Anis sind aber auch essbar.
Wirkung des Anis
Anis hat eine krampf- und schleimlösende Wirkung. Dazu wird aus zerstoßenen Samen ein Tee aufgebrüht. Man kann die Samenkörper aber auch rösten und zerkauen, sie wirken dann gegen Mundgeruch und sollen Schluckauf vertreiben. Anis-Tee kann auch als Mundspülung verwendet werden. Der Vorzug des Anis ist aber eindeutig sein Geschmack, der in Lakritz und vielen Halsbonbons eingesetzt wird. Bekannt ist der Geschmack auch aus verschiedenen alkoholischen Getränken, wie dem französischen Pastis, dem griechischen Ouzo oder dem türkischen Raki.
Anis in der Küche
Die Blüten, Stengel und Wurzeln des Anis eignen sich als Suppenwürze. Der typische Geschmack des Anis stammt jedoch aus seinen Samen. Diese werden als Pulver vorwiegend in Keksen, Kuchen und anderen Süßwaren verwendet. Zur Würze von Fleisch und Fisch kann Anis einen gewissen Reiz haben, ist aber sicherlich nicht jedermanns Sache.
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