Baldrian, Katzenbaldrian, Hexenkraut, Valeriana officinalis
Was Menschen beruhigt, kann Katzen stark erregen
Die Wirkung des Baldrians als Beruhigungsmittel ist weithin bekannt. Aber wer einmal eine Katze mit diesem Kraut konfrontiert hat, weiß, dass der Duft des Krauts, des Tees und der Tinktur die Tiere schwer erregt. Sie wälzen sich darin und wollen sich von der Stelle nicht mehr entfernen.
Baldrian, der aufgrund seiner Wirkung auf Katzen auch Katzenbaldrian, aber auch Hexenkraut genannt wird, weil er Hexen ihre Zauberkraft nehmen soll, wächst in Südamerika und in ganz Europa, insbesondere aber in den mittel- und nordeuropäischen Ländern. Es gibt ihn als Wildpflanze, aber er ist auch im Kräutergarten recht beliebt. Bis zu 1,5 Meter kann der Baldrian hoch werden. Seine doldenförmigen weißen oder blassrosa Blüten zeigt der winterharte Baldrian in der Zeit von Mai bis September.
Standort für Baldrian
Der Baldrian ist nicht anspruchsvoll und wächst sowohl an schattigen, als auch an sonnigen Standorten. Der Boden soll nicht austrocknen, aber auch nicht zu feucht sein.
Aussaat und Vermehrung von Baldrian
Ab Mitte Mai kann der Samen des Baldrians direkt ins Freiland gesät werden. Da der Baldrian sehr langsam keimt, bietet sich die Vermehrung durch Wurzelteilung an. Andererseits verbreitet die Pflanze nach der Blüte ihre Samen großflächig und sorgt damit für eine weite Ausbreitung. Soll der Baldrian das Kräuterbeet nicht beizeiten dominieren, so ist es besser, die Blüten immer wieder abzuschneiden. Das hat auch den Vorteil, dass die Wirkstoffe in der Wurzel bleiben, denn sie ist der eigentliche Wirkstofflieferant des Baldrians. Der Baldrian entzieht dem Boden Kraft und sollte deshalb spätestens alle drei Jahre seinen Standort wechseln.
Ernte von Baldrian
Baldrian ist eine zweijährige Pflanze und kann daher im ersten Jahr nicht geerntet werden. Ab dem zweiten Jahr kann man die Wurzel ausgraben und verwenden. Nach der Reinigung und Trocknung der Wurzel bewahrt man sie in einem luftdicht verschlossenen Gefäß auf.
Wirkung des Baldrians
Die bekannteste Wirkung wurde ja bereits beschrieben. Baldrian ist ein bekanntes Beruhigungsmittel, hilft gegen Schlafstörungen, aber auch bei zu hohem Blutdruck und Blutarmut, Magenkrämpfen, Migräne oder Wechseljahresbeschwerden. Zur Zubereitung eines Baldrian-Tees übergießt man einen Teelöffel der getrockneten und zerkleinerten Baldrianwurzel in einer Tasse mit kochendem Wasser. Wie alle Kräutertees muss er zehn Minuten ziehen.
Aus Baldrian lässt sich auch eine Tinktur herstellen, indem ein verschließbares Glas mit der getrockneten und zerkleinerten Baldrianwurzel gefüllt und mit klarem Schnaps übergossen wird, bis die Wurzelstücke vollständig bedeckt sind. Diesen Ansatz lässt man zwei bis sechs Wochen verschlossen an einem warmen, sonnigen Platz ziehen und seiht ihn dann durch einen Kaffeefilter ab. Anschließend füllt man die Tinktur in eine Flasche und sollte nicht vergessen, sie zu beschriften. Von dieser Tinktur können bei Bedarf 20 bis 50 Tropfen eingenommen werden.
Baldrian in der Küche
Der Baldrian kann als Würze von Suppen, Soßen und Eintöpfen verwendet werden. Da er aber einen starken Eigengeschmack hat, muss man sehr zurückhaltend mit ihm umgehen.
- Kümmel, Carum carvi...
- Eibisch, Althaea officinalis...
- Kreuzkümmel, Stachelkümmel, Kumin, Cuminum cyminum...
- Kerbel, Suppenkraut, Anthriscus cerefolium...
- Anis, süßer Kümmel, römischer Fenchel, Pimpinella anisum...
- Johanniskraut, Hypericum perforatum...
- Boretsch, Borago officinalis...
- Estragon, Artemisia dracunculus...
- Fenchel, Foeniculum vulgare...
- Minze, Grüne Minze, Pfefferminz, Mentha...
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