Brunnenkresse, Bachkresse, Wasserkresse - Nasturtium aquaticum
Ein Kraut, auf das schon Steuern erhoben wurde
Tatsächlich war die Brunnenkresse im Frankreich des 18. Und 19. Jahrhunderts so beliebt, dass man auf den Handel mit dem Kraut Steuern erhob. Andere Namen der Brunnenkresse lauten Bachkresse oder Wasserkresse. Das deutet schon darauf hin, dass sich dieses Kraut offensichtlich in der Nähe des Wassers besonders wohl fühlt.
Die Stiele der Brunnenkresse werden bis zu 80 Zentimeter lang, neigen aber dazu, über den Boden zu kriechen und verzweigt zu wurzeln. Die weißen Kreuzblüten sind den ganzen Sommer über sichtbar. Brunnenkresse ist eine weltweit verbreitete Staude, die mit den anderen Kresse-Sorten verwandt ist.
Standort von Brunnenkresse
An Gewässerrändern und auf feuchten Wiesen findet man die Brunnenkresse wildwachsend. Im Garten liebt sie ebenfalls die Feuchtigkeit und den Schatten. Bei trockenem Wetter muss die Pflanze regelmäßig gegossen werden. Regelmäßiges Zurückschneiden fördert den Blattwuchs der Pflanze und verhindert die Blüte, nach der die Blätter hart und scharf werden und zunächst nicht geerntet werden können.
Aussaat und Vermehrung der Brunnenkresse
Da die Brunnenkresse sich weit über den Boden verzweigt, kann eine Aussaat des Krauts dazu führen, dass es den ganzen Kräutergarten dominiert. Brunnenkresse lässt sich aber sehr gut und gezielter durch Stecklinge vermehren. Wenn die Kresse dennoch gesät werden soll, dann sollte das bevorzugt zunächst im Blumentopf geschehen, da man dem Kriechdrang der Pflanze darin eher Einhalt gebieten kann.
Ernte von Brunnenkresse
Die Blätter der Brunnenkresse können das ganze Jahr über geerntet werden. Gerade im Winter ist sie aufgrund ihres Vitamin-C-Gehalts sehr gesund. Zur Ernte werden nur die Spitzen der Zweige auf einer Länge von sechs bis acht Zentimetern abgeschnitten. Zum Trocknen eignet sich die Brunnenkresse nicht, aber das ist aufgrund des ganzjährigen Wuchses auch nicht erforderlich.
Wirkung der Brunnenkresse
Die Brunnenkresse eignet sich besonders gut zur Vorbeugung vor Vitaminmangel, was insbesondere in den Wintermonaten ein großer Vorteil der Pflanze ist. Im zeitigen Frühjahr vertreibt sie aufgrund ihres hohen Vitamins- und Mineralstoffgehalts die Frühjahrsmüdigkeit. Sie wirkt anregend, antibakteriell, harntreibend und schleimlösend. Die Verwendung der Brunnenkresse bietet sich daher vor allem bei Erkältungskrankheiten, Zahnfleischentzündungen, Vitamin-C-Mangel, Blasen- und Nierenbeckenentzündungen oder bei Wurmbefall an. Die leicht antibiotische Wirkung hilft auch bei unreiner Haut, leichten Brandwunden und Ekzemen.
Die Wirkstoffe in der Brunnenkresse sind scharf und können die Schleimhäute reizen. Es muss daher darauf geachtet werden, dass die Kresse wohl dosiert ist und nicht täglich gegessen wird.
Die Einnahme der Brunnenkresse erfolgt bevorzugt frisch im Salat oder Kräuterquark. Es kann aber auch ein Kräutertee aus der Brunnenkresse aufgebrüht werden, der für Spülungen und feuchte Umschläge Verwendung findet.
Brunnenkresse in der Küche
Wegen des scharfen Aromas der Brunnenkresse sind in Speisen keine anderen Gewürze und Kräuter erforderlich. Sie eignet sich sehr gut als Salatgewürz sowie für den Kräuterquark, passt aber auch zu gekochten Eiern und Omeletts.
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