Exotische Kräuter für den Garten
Petersilie, Schnittlauch, Bohnenkraut? Ein Kräutergarten
muss heute nicht mehr aussehen wie zu Omas Zeiten. Exotische Vertreter wie
Ananasminze, Zitronenthymian oder Duftpelargonien betören alle Sinne. Mit wenig
Aufwand lassen sich Garten oder Balkon in ein kleines Kräuterparadies
verwandeln.
Auch allseits bekannte Kräuter sind mittlerweile in vielen Züchtungen
erhältlich. «Wundern Sie sich nicht, wenn ein Küchenkraut anders riecht,
schmeckt oder aussieht, als Sie es gewohnt sind. Es handelt sich dann
wahrscheinlich um eine andere Sorte», sagt Margit Dehe, Beraterin in der
Abteilung Gartenbau des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Rheinpfalz in
Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Bei der Anlage eines Kräutergartens können sich Gartenfreunde beispielsweise
auf ein Kraut spezialisieren, das es in vielen Farb- oder Geschmacksvarianten
gibt: So ergänzen sich optisch und geschmacklich Marokkanische Minze (kompakter
Wuchs, dunkelgrünes Laub), Ananasminze (hängend, grünweiß panaschierte Blätter,
mildes Ananasaroma) und Erdbeerminze (Bodendecker, kleine Blättchen, gering
ausgeprägter Minzegeschmack, dafür klares Erdbeeraroma). Diese Minzesorten sind
zudem alle winterhart. «Kein Gewürzkraut liebt übrigens übermäßige Nässe, alle
stehen lieber etwas trockener», rät Margit Dehe.
Interessant kann es auch sein, Pflanzen einer bestimmten Geschmacksrichtung zu
sammeln. Vor allem Kräuter mit Zitronenaroma beleben im Sommer die Sinne.
Kräuterfreunde müssen dabei nicht nur auf die gute alte Zitronenmelisse
(Melissa officialis) zurückgreifen.
«Eine klare Zitronennote haben auch
Zitronenverbene (Lippia cidriodora), Zitronenthymian (Thymus x cidriodorus) und
ZitronenbasilikumLemon
Fancy» erinnern an die sauren Südfrüchte.
Hobbygärtner sollten aber bedenken,
dass ausgefallenere Kräuter oftmals nicht winterhart sind.
(Ocimum basilicum citrodorum)», sagt Margit Dehe. Auch
Duftpelargonien wie Pelargonium citronella, P. crispum oder die Sorte «
Ob Zitronenverbenen,
Duftpelargonien oder Basilikumsorten - sie alle müssen in der kalten Jahreszeit
ins Haus geholt werden. «Daher ist es einfacher, diese Kräuter im Kübel zu
lassen, um sich im Herbst die Arbeit des Ausgrabens zu sparen», rät Margit
Dehe.
Olivenkraut (Santolina viridis) kann dagegen problemlos im Beet überwintern.
Die Staude verholzt und bildet leuchtend grüne, feingliedrige Blätter. Ende
Juni entwickeln sich kleine gelbe Knopfblüten, die sich lange halten, hübsch
aussehen und als Tischdekoration gut geeignet sind. Die Blätter haben ein Aroma
von eingelegten Oliven, das gut zu mediterranen Nudelgerichten und selbst
hergestellten Pestos passt.
Die silbrigen Blätter des Currykrauts (Helichrysum italicum) verströmen
besonders bei Regen ein pfeffriges Aroma. Der aus Südeuropa stammende
winterharte Halbstrauch erreicht eine Höhe von 50 Zentimetern. Im Sommer bilden
sich senfgelbe Blüten, aus denen Samen gewonnen werden können. Die frischen
Blätter können kurz vor Ende der Garzeit an Fleisch, Fisch oder Reis gegeben
werden.
Für einen ausgefallenen Kräutergarten empfiehlt die Bayerische Gartenakademie
auch die orange blühende Würz-Tagetes (Tagetes lucida). Meist ist sie als
sommerblühende Pflanze bekannt. Dabei handelt es sich hierbei auch um ein
vielseitiges Gewürzkraut, das nach Anis und Waldmeister duftet. «Die Blätter
können vor der Blüte verwendet werden, später kann man die Blüten ernten.
Frisch oder getrocknet verfeinern sie Saucen, Salate, Fleisch, Kakao oder Tee»,
raten die Experten der Bayerischen Gartenakademie.
Auch die Perilla beziehungsweise Schwarznessel lässt sich nicht nur als
ansprechende Zier- und Strukturpflanze verwenden, sondern auch als aromatisches
Kraut. Die dunkellaubige Sorte «Red Shiso» ist ein klassisches Sushigewürz. Die
Blätter schmecken herb und erinnern an den Duft von schwarzen Johannisbeeren.
«Viele Gärtnereien verkaufen ausgefallenere Kräuter in erster Linie als Zier-
und Duftpflanzen. Essen kann man sie natürlich trotzdem», sagt Margit Dehe. Für
sie sind Kräuter daher echte Multitalente: Sie sehen dekorativ aus, betören mit
ihrem Duft und überraschen durch intensiven Geschmack. Quelle: (ddp)
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