Kamille, Matricaria recutita

Die Kamille: anspruchslose Pflanze mit anspruchsvoller Wirkung

Die Echte Kamille, Matricaria recutita, hilft bei Krämpfen und Entzündungen und ist sehr bewährt bei der Behandlung von Wunden. An sonnigen und trockenen Wegesrändern, auf Feldern oder Schutthalden wächst sie bevorzugt: die Echte Kamille. Wer ein feines Näschen hat, nimmt die Kamille wahr, ohne sie sehen zu müssen.

Merkmale der Echten Kamille

Die bis zu 50 Zentimeter hohen Stängel sind mit fiederteiligen Blättern besetzt, die zwischen vier und sieben Zentimeter lang werden. Im oberen Bereich ist die echte Kamille stark verzeigt. Am Ende eines Sprosses sitzt die Blüte mit ihrem leuchtend gelben und hervor gewölbtem Blütenboden, umgeben von weißen Blütenblättern. Bis zu 120 Blütenköpfchen gehen aus einer einzigen Pflanze hervor. Der charakteristische Geruch geht nicht nur von der Blüte aus - die ganze Pflanze verströmt ihn.

Ursprünglich war die Kamille in Süd- und Osteuropa sowie Vorderasien beheimatet. Heutzutage findet man sie aber im gesamten Europa, Nordamerika und sogar Australien.

Anbau der Kamille

Die Kamille ist, was den Anbau angeht, relativ anspruchslos. Sie braucht aber warmes Wetter und Licht kombiniert mit einem mäßig feuchten Standort. Sie wird vor allem auf Schwarzerde oder Auböden angebaut. Im Wechsel mit Getreide, Kartoffeln oder Steckrüben gedeiht sie gut; sie kann aber mehrmals hintereinander auf gleichem Grund ausgesät werden. Lediglich herab gefallene Samen der vergangenen Saison können hier Probleme bereiten. Die Saat erfolgt im Herbst oder Frühjahr. Der Ertrag ist beim Herbstanbau größer, dafür haben die Einzelblüten der Frühjahrsaussaat ein höheres, individuelles Gewicht.

Je nach Klimazone, in der die Heilpflanze wächst, ist der Ernteertrag unterschiedlich hoch. Gleich bleibt aber der Gehalt und die Zusammensetzung des ätherischen Öls.

Was heilt die Kamille?

Ihr botanischer Name, Matricaria recutita oder Matricaria chamomilla, weißt auf eines der Einsatzgebiete dieser Heilpflanze hin. Das indogermanische Stammwort „Mater-", Mutter" findet sich in Matricaria wieder und bedeutet in diesem Zusammenhang Mutterkraut. Der Name zeigt den Zusammenhang zu den weiblichen Unterleibsorganen. Häufige Probleme sind hier Krämpfe und Entzündungen, bei denen Kamille innerlich und äußerlich hilfreich angewendet wird.

Auch im Magen-Darmtrakt und in den Atemwegen hat sich Matricaria bei solchen Symptomen bewiesen. Auf dem größten Organ des Menschen, der Haut, ist sie besonders zur Behandlung von Wunden beeignet.


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