Kümmel, Carum carvi
Kümmel ist ein Würzkraut mit Tradition
Tatsächlich blickt der Kümmel auf eine sehr lange Tradition zurück, denn selbst in Funden aus der Jungsteinzeit konnten Rückstände des Kümmels entdeckt werden. Den Römern war der Kümmel so heilig, dass sie ihn bewachen ließen. Und tatsächlich ist dieses Würzkraut ein wahrer Tausendsassa, denn Kümmel ist nicht nur eine wohlschmeckende Würze, die in vielen Speisen zum Einsatz kommt, sondern hat auch viele gesundheitsfördernde Wirkungen.
Der botanische Name des Kümmels lautet Carum carvi. Er ist nicht mit dem Kreuzkümmel zu verwechseln. Kümmel ist ein Doldenblütler, der in der freien Natur bevorzugt in den europäischen Mittelgebirgen wächst, aber auch in Afrika und Asien beheimatet ist. Die Blüten des Kümmels haben eine grünlich-gelbe Farbe.
Standort für Kümmel
Kümmel fühlt sich an einem sonnigen und windgeschützten Standort am wohlsten. Er sollte nicht in der Nähe von Fenchel ausgesät werden, da beide Kräuter sich nicht vertragen. Der ideale Boden für den Kümmel ist kalkhaltig und nährstoffreich, sollte feucht gehalten werden, aber nicht zu nass.
Aussaat und Vermehrung von Kümmel
Kümmel vermehrt sich durch Samen. Diese können ab April direkt im Freiland ausgesät werden. Als zweijährige Pflanze bildet sich im ersten Jahr nur Blattwerk. Im zweiten Jahr zeigt die Pflanze ihre Blüte, die bis zu einem Meter hoch wird.
Ernte von Kümmel
Die Ernte von Kümmel im eigenen Garten ist unproblematisch. Erntet man jedoch wild wachsenden Kümmel, so muss man unbedingt darauf achten, ihn nicht mit anderen, giftigen Pflanzen zu verwechseln. Der hochgiftige Wasserschierling und die Hundspetersilie sind dem Kümmel ähnlich. Den größten Bekanntheitsgrad der Pflanze haben ihre Samenkörner. Sie werden als Gewürz verwendet und aufgrund ihres hohen Gehalts an ätherischem Öl auch in Ölmühlen verarbeitet.
Weniger bekannt ist, dass auch das Laub der Pflanze gut als Würzkraut geeignet ist. Sein Geschmack ist zwischen Petersilie und Dill anzusiedeln. In einigen Ländern wird die Kümmel-Wurzel als Gemüse zubereitet. Um an die Samen zu gelangen, muss man die Blüte des Kümmels abwarten. Zwischen Juli und August sollte man die Blüten abschneiden, die Dolden abstreifen und die Samenkapsel zum Nachreifen an einen schattigen, aber luftigen Platz legen. Wenn die Samenkapsel trocken ist, kann man die Samen einfach heraus schütteln.
Heilwirkung des Kümmels
Kümmel wirkt appetitfördernd sowie gegen Blährungen und Völlegefühl nach fetten Speisen. Aufgrund seiner krampflösenden Eigenschaft wird Kümmel auch gegen Magen- und Darmkrämpfe eingesetzt.
Stillende Frauen können Kümmel zur Steigerung der Milchproduktion einnehmen und bei Husten wirkt das Gewürz schleimlösend. Eine besondere Eigenschaft des Kümmels ist seine Wirkung gegen unangenehmen Mundgeruch.
Kümmel in der Küche
Kümmel wird als Würze vieler Gerichte verwendet. Man findet ihn im Brot, im Käse und in vielen Wurstsorten. Er verhilft Krautsalat und Sauerkraut zur richtigen Würze und findet in Suppen und bei allen Fleischsorten Anwendung.
Bekannt ist die Verwendung von Kümmel auch als verdauungsfördernder Schnaps. Der berühmte, norddeutsche Köhm enthält das ätherische Öl des Kümmels.
- Eibisch, Althaea officinalis...
- Kreuzkümmel, Stachelkümmel, Kumin, Cuminum cyminum...
- Kerbel, Suppenkraut, Anthriscus cerefolium...
- Anis, süßer Kümmel, römischer Fenchel, Pimpinella anisum...
- Johanniskraut, Hypericum perforatum...
- Boretsch, Borago officinalis...
- Estragon, Artemisia dracunculus...
- Fenchel, Foeniculum vulgare...
- Minze, Grüne Minze, Pfefferminz, Mentha...
- Koriander, Wanzenkraut, chinesische Petersilie, Coriander sativum...
| ← Kreuzkümmel, Stachelkümmel, Kumin, Cuminum cyminum | Liebstöckel, Maggiekraut, Levisticum officinale → |
|---|













