Die Aussaat von Pilzen

Tipps zur erfolgreichen Aussaat von Pilzen

Nachdem der Nährboden für die Pilzzucht angelegt wurde, muss er nun mit den Pilzsporen versehen werden. Die Pilzsporen erhält man bei einem Spezialversand, der im Internet zu finden ist.

Diese Tätigkeit erfolgt mit Hilfe einer Sporenspritze. Für die Spritze verwendet man zunächst möglichst kochendes Wasser, um sie damit auszuspülen und gleichzeitig zu desinfizieren. Eine kleine Menge des abgekochten Wassers verbleibt schließlich in der Spritze. Innerhalb der Glove-Box, die man sich für die Pilzzucht angeschafft oder gebaut hat, wird nun mit der sterilen Nadel oder mit einem sterilen Skalpell eine kleine Menge von den Sporen abgekratzt und in ein Schnapsglas gegeben. Die Kanüle der Spritze wird über dem Bunsenbrenner erhitzt, bis sie glüht. Anschließend wird in das Schnapsglas mit den Sporen ein wenig des Wassers hineingespritzt, mit den Sporen verrührt und die gesamte Menge aufgezogen.

Beimpfung des Nährbodens

Die „Aussaat" der Pilze erfolgt durch Beimpfung des Nährbodens in den Petrischalen oder durch direktes Impfen einer Körnerbrut. Der Verwendung des Nährbodens sollte dabei der Vorzug eingeräumt werden, da im Fall einer Kontamination des Nährbodens vielleicht noch etwas gerettet werden kann. Ist eine direkt geimpfte Körnerbrut aber erst einmal verseucht, dann kann man sie nur noch entsorgen.

Der Nährboden in jeder Petrischale wird mit einem Tropfen aus der sterilisierten Sporenspritze geimpft. Vor jeder Beimpfung einer neuen Petrischale muss die Kanüle erneut über der Flamme des Bunsenbrenners sterilisiert werden. Beim Impfen muss man darauf achten, dass die Kanüle im Nährboden erst einmal abgekühlt wird, bevor die Sporen hinein gespritzt werden, denn ansonsten würden sie durch die hohe Temperatur der Kanüle unter Umständen selbst steril werden und sich nicht mehr vermehren können. Die so beimpften Nährstoffe in den Petrischalen, die mehrfach stramm mit Frischhaltefolie umwickelt werden, lassen sich mehrere Wochen lang im Kühlschrank aufbewahren, bevor sie weiter verarbeitet werden.

Körnerbrut für die Pilzzucht

Die Pilze wachsen nicht in den Petrischalen, sondern sie benötigen dazu einen Brutboden, die sogenannte Körnerbrut. Für die Körnerbrut benötigt man Getreidekörner und Schraubdeckel-Gläser. Die Körner werden in einem Kochtopf so lange gekocht, bis sie aufplatzen. Anschließend siebt man sie ab und wäscht sie noch einmal gründlich im Sieb. In die Deckel der Gläser wird jeweils ein Loch gebohrt.

Im Anschluß  werden die Gläser je zu einem Drittel mit Körnern befüllt. Danach  verschließt man das Loch im Deckel mit Filterwatte und kocht die Gläser im Dampfdrucktopf 45 Minuten lang, bis sie steril sind, lässt sie anschließend wieder abkühlen und kann nun Stückchen vom bewachsenen Nährboden hineingeben. Dazu schneidet man möglichst in der Glove-Box mit dem Skalpell kleine Stücke aus dem Nährboden heraus und gibt in jedes Glas ein Stück des Nährbodens, verschließt das Glas gut und klebt auch das Loch im Deckel mit einem Klebestreifen zu. So kann die Kultur nun einige Zeit an einem warmen Ort stehen und gedeihen.


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