Pilze züchten und kultivieren
Grundlagen des Pilzzüchtens
In unseren Wäldern finden sich schon seit langem nicht mehr so viele Pilze, wie noch vor vielen Jahren. Zudem ist es nicht ganz ungefährlich, Pilze aus dem Wald zu verzehren, wenn man sich nicht absolut sicher ist, um welche Sorte es sich handelt. Wer trotzdem nicht auf den Genuss frischer Pilze verzichten möchte, dem bietet sich ein ganz besonderes Abenteuer an, nämlich der Aufbau einer eigenen Pilzzucht.
Ein Abenteuer ist die Pilzzucht deshalb, weil sie nicht ganz einfach ist und man sich zunächst einiges Hintergrundwissen aneignen muss, bevor man die ersten Erfolge erzielen kann. Pilze sind sehr empfindlich und erfordern eine ganz besondere Behandlung, um zu gedeihen und sich zu vermehren. Die Pilzzucht kann daher zu einem ausfüllenden Hobby werden. Pilze, die sich sehr gut für die Kultivierung unter häuslichen Bedingungen eignen, sind Shiitake-Pilze, Champignons und Austernpilze.
Wichtigste Voraussetzung für die Pilzzucht: Absolute Sterilität
Wesentlich aufwändiger und nur für den fortgeschrittenen Pilzzüchter zu empfehlen, ist die Anschaffung einer Laminar Flow Hood, einer Box mit einem Filtersystem, das einen sterilen Luftstrom ermöglicht. Eine solche Box lässt sich mit ein wenig Geschick auch selbst bauen und ist dann deutlich preisgünstiger.
Ferner werden Desinfektionsmittel benötigt, ein Bunsenbrenner, Skalpelle, Nadeln sowie Wasserstoffperoxid, weil es zwar Schimmelsporen abtötet, nicht aber das Pilzmyzel, das fadenförmige Geflecht der Zuchtpilze im Nährboden.
Pilzzucht: Der richtige Nährboden für die Pilze
Die Grundlage für die Pilzzucht ist der Nährboden, in dem sich das Pilzmyzel entwickeln kann. Er wird aus Agar Agar, einem gelbildenden Stoff, der in der Apotheke und im Reformhaus erhältlich ist, sowie aus Wasser und einem Nährstoff hergestellt.
Es gibt verschiedene Nährstoffverbindungen, die mit Malzextrakt, Kartoffeln, Hundefutter oder Maismehl versehen sein können. Die gebräuchlichste Variante ist der Nährboden mit Malzextrakten. Zur Herstellung vermischt man zwei Gramm helles Malzextrakt mit hundert Milliliter Wasser und zwei Gramm Agar Agar, kocht alles zusammen kurz auf, füllt diesen Nährboden dann jeweils circa drei Millimeter stark in Petrischalen und wickelt diese in Alufolie ein. Der Nährboden muss nun mit den Petrischalen sterilisiert werden. Das erfolgt über einen Zeitraum von 45 Minuten in einem Schnellkochtopf.
Der Nährboden darf dabei nicht in den Petrischalen überkochen. Nach dem Abkühlen wickelt man die Petrischalen an einem möglichst sterilen Ort in Frischhaltefolie ein und gibt sie anschließend in die Glovebox. Nun kann der Nährboden in den Petrischalen mit Pilzsporen geimpft werden.
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