Weißwein selber machen, herstellen
Weißwein aus eigenem Anbau
Die Herstellung von Weißwein ist wesentlich einfacher, als die des Rotweins, da nicht erst die roten Farbstoffe aus der Schale der Beeren ausgezogen werden muss. Der Weißwein wird daher nicht mit Hilfe der Maischegärung hergestellt, sondern lediglich die Mostproduktion erfolgt aus der Maische.
Die Herstellung der Maische für den Weißwein
Zur Herstellung der Maische werden die Beeren von dem Ast der Traube entfernt und gründlich gewaschen. Danach gibt man sie in ein Gefäß und zerdrückt sie dort gründlich, jedoch ohne dabei die Kerne der Trauben zu zerstören, da die Bitter- und Gerbstoffe aus denen Kernen den Geschmack des Weines beeinträchtigen.
Den zerdrückten Trauben fügt man ein Antigeliermittel zu, dessen Dosierung von der Menge der Maische abhängt und aus der Beschreibung zu entnehmen ist. Außerdem wird zum Schutz vor der Bildung von Mikroorganismen ein Gramm Kaliumpyrosulfit pro zehn Liter Maische zugegeben. Die Maische lässt man zugedeckt fünf bis zehn Stunden ziehen.
Abpressen der Maische
Das optimale Mostgewicht des Weißweins beträgt 85 Grad Oechsle. Ist dieses nicht erreicht, so bietet sich ebenfalls die Verwendung von Zuckerlösung zur Erhöhung des Mostgewichts an. Soll das Mostgewicht aber verringert werden, dann ist das durch die sogenannte Nassverbesserung, also die Zufügung von Wasser möglich. Auf zehn Liter Most werden bei der Nassverbesserung 2,5 Liter Wasser zugefügt.
Gär-Ansatz des Weines
Nach der richtigen Einstellung des Mostes wird eine Kultur Reinzuchthefe zugegeben, die man zuvor einige Tage lang in einem Viertelliter Traubensaft vermehrt hat. Zusätzlich gibt man zwei Gramm Hefenährsalz pro zehn Liter Most hinzu. Der Gär-Ballon darf nur zu 80 Prozent gefüllt werden, wird mit einem Gär-Aufsatz verschlossen und an einen 15 bis 20 Grad kühlen Ort gestellt. Während des Gärens kann der Wein immer wieder probiert werden, um seinen Geschmack zu testen. Halb vergorener Wein ist als Federweißer bekannt und sehr gesund.
Während der Gärung hört man den Wein blubbern und den Gäraufsatz klappern, da er sich immer wieder anhebt, wenn die Gär-Gase entweichen. Gegen Ende der Gärzeit muss der junge Wein in einen kleineren Behälter umgefüllt werden, um eine Oxidation durch die im Ballon enthaltene Luft zu vermeiden. Eine andere Möglichkeit ist das Auffüllen des Ballons mit einem anderen Weißwein.
Abstich des Weißweins und Klärung
Nach einigen Wochen muss der Weißwein das erste Mal von den Trubstoffen abgestochen werden. Das erfolgt mit Hilfe eines sauberen Schlauchs, durch den der Wein angesogen wird, so dass er in einen anderen Behälter fließen kann. Der Schlauch darf nicht bis auf den Boden reichen, da er dann die Trubstoffe aufwirbeln würde. Nun schwefelt man den Wein erneut mit einem Gramm Kaliumpyrosulfit pro zehn Liter Wein, verschließt den Behälter wieder mit dem Gäraufsatz und lässt den Wein an einem kühlen und dunklen Ort ruhen, damit er sich klären kann.
Einige Wochen später erfolgen ein zweiter Abstich von den Trubstoffen und nochmals eine Schwefelung. Zusätzlich kann der Wein nun mit Kieselsol oder Gelatine geschönt werden, damit auch wirklich alle Trubstoffe beseitigt werden.
Abfüllung des Weißweins
Ungefähr einen Monat nach dem zweiten Abstich wird der Wein nochmals geschwefelt und mit 1,5 Gramm Vitamin C pro zehn Liter Wein versehen und kurz darauf in Flaschen abgefüllt.
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