Gemüse und Obst konservieren
Während den Sommermonaten, wenn zahlreiche Gemüsesorten heranreifen, steht meist mehr Gemüse zur Verfügung, als eine Familie verzehren kann. Wenn man auch in der kalten Jahreszeit noch von Kürbis, Gurke und Co zehren möchte, empfiehlt es sich das Obst schmackhaft zu konservieren.
Konservierungsmethoden gibt es zahlreiche und je nachdem, wie man das Gemüse später nutzen möchte, kann man das Gemüse für einen späteren Zeitpunkt haltbar machen.
Konservierungsmethoden im Überblick:
- Trocknen
- Im Keller lagern
- Einwecken
- Einfrieren
Trocknen von Obst und Gemüse
Früchte und Obst lassen sich im Dörrapparat trocknen. Natürlich kann man statt dessen auch den Backofen und ein Backblech zur Hilfe nehmen und das Dörrgut über viele Stunden auf dem Blech trocknen, wobei dies aufgrund der hohen Energiekosten nicht zu empfehlen ist.
Ein Dörrapparat ist hierbei wesentlich effizienter und professioneller. Beim Kauf eines Dörrapparates sollte man einen Blick auf die unterschiedlich einstellbaren Dörrstufen legen und auch berücksichtigen, dass gute Dörrapparate leise im Gebrauch sind und ausreichend Siebe für den Trocknungsvorgang bereit stellen. Bei billigen Geräten kann es sein, dass das Dörrobst an den Gittern und Sieben kleben bleibt.
Schritt für Schritt zum Dörrobst
- Obst wird vor dem Trocknungsprozess zuerst gereinigt und geschnitten, um es anschließend in Scheiben oder Hälften zu schneiden. Möchte man eine möglichst schnelle Trocknung erzielen, so sind dünne Scheiben ohne Schale zu empfehlen.
- Handelt es sich um Obstsorten, deren Schnittstellen schnell braun werden, so kann man dies verhindern, indem man die aufgeschnittenen Früchte kurz in eine Schale taucht, die einen Teelöffel Zitronensäure auf 500 ml Wasser enthält. Danach die Früchte entnehmen und gut trocknen lassen, bevor diese weiter verarbeitet werden.
- Bevor der Dörrapparat vollständig erhitzt wird, sollte man die Träger des Dörrgerätes mit einem sogenannten „Anti-Haftspray“ einsprühen, um ein Festkleben der Früchte zu verhindern,. Sind diese Vorbereitungen getroffen, so können die Obst- oder Gemüsestücke dem Dörrapparat zugegeben werden.
- Der richtige Trocknungsgrad für die Dörrfrüchte ist dann erreicht, wenn sich die Früchte trocken und keinesfalls mehr klebrig anfühlen. Bei einer Druckprobe auf die gedörrten Früchte sollte keinesfalls Feuchtigkeit austreten, da dies später eine Ursache für Schimmelbildung sein kann. Daher nur vollständig getrocknetes Gemüse und trockene Früchte einlagern!
- Nach dem Trocknungsprozess werden die Früchte zum Abkühlen auf ein Kuchengitter gelegt. Nach einer Stunde kann man die Trockenfrüchte zur Ruhzeit, die 7 bis 10 tage dauern wird, vorbereiten.
- Die Früchteschnitze werden hierfür großzügig in Glasgefäße geschichtet, um die letzte Restfeuchtigkeit zu verlieren. Jeden tag den Behälter etwas schütteln und kontrollieren, ob bei den Trockenfrüchten noch Restfeuchtigkeit (Kondenswasser) ausgetreten ist. In diesem fall sollten die Trockenfrüchte erneut in den Trockner wandern, bis alle Flüssigkeit entzogen ist.
- Bei verbleibender Restfeuchtigkeit ist die Gefahr der Schimmelbildung gegeben und die bevorrateten Früchte könnten Schaden nehmen und in der Vorratsdose verschimmeln.
Kühle Lagerung von Obst und Gemüse
Kühle Kartoffelkeller wurden bereits von Müttern und Großmüttern geschätzt, denn die Lagerräume sind meist an das Haus oder gar Küche angeschlossen und bieten optimale Lagerungsbedingungen für zahlreiches Wurzelgemüse.
Solange die Temperatur im kühlen Keller nicht unter den Gefrierpunkt sinkt, ist das meiste Gemüse dort gut aufgehoben. Ideal sind Temperaturen von rund 4 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 90 bis 95%.
Brokkoli kann dort bis zu 2 Wochen halten, Rosenkohl bis zu 3 Monaten, Kartoffeln sogar bis zu 6 Monaten frisch aufbewahrt werden.
Die lange Haltbarkeit von Obst und Gemüse ist bei der kalten Lagerung allerdings auch nur dann gegeben, wenn man einige Tipps vor der Einlagerung berücksichtigt:
- Nur den gröbsten Schmutz vor dem Einlagern entfernen
- Das Gemüse und Obst vorher nicht waschen
- Keine faulen Lebensmittel einlagern, denn die Fäulnisbakterien könnten auch auf andere Gemüsesorten übergreifen und diese Verrotten lassen.
- Früchte mit Abstand voneinander lagern. Bestimmte Früchte sind sich nicht „grün“, deshalb sollte man diese mit Abstand lagern. Die Zwiebel lässt zum Beispiel andere Obstsorten schneller reifen und faulen, deshalb nur mit großem Abstand lagern und keinesfalls in der selben Obst- oder Gemüsekiste!
Einmachen und Einlegen
Süß oder deftig – einmachen und einlegen lässt sich fast alles, von der süßen Birne über den deftigen Zucchini - Feta Mix.
Im Sommer, wenn die Ernte übereich und in aller Fülle vorhanden ist, können Obst- und Gemüsesorten schmackhaft für den Winter konserviert werden. Einlegen, einwecken und einmachen ist wieder ein neuer Trend, denn auch junge Leute haben wiederentdeckt, dass es nicht nur angestaubten „Kürbis süß-sauer“ im Vorratsschrank geben muss.
Inzwischen gibt es unzählige Rezepte, die für jeden Geschmack eine Fülle an schmackhaft Eingelegtem bietet und wer erst mal damit begonnen hat, kann meist mit den eigenen Kreationen aus dem Garten nicht aufhören.
Darüber hinaus sind die eingeweckten „Köstlichkeiten aus dem Garten“ auch wirklich individuelle und liebevolle Geschenkideen, die bei Freunden und Nachbarn oft gut ankommen.
Welche Methoden eignen sich zum Einmachen?
- Kochendes Wasserbad
- Dampfdrucktopf, Schnellkochtopf
Worauf sollte man beim Einmachen unbedingt achten?
Der Verschluss sollte in jedem Fall nach dem Einwecken überprüft werden. Ist er undicht, kann das Einweckgut schnell schimmeln und verderben. Daher unbedingt darauf achten, ob:
- Der Deckel in der Mitte nach unten gewölbt ist
- Das Glas innen ordentlich gereinigt wurde
- Der Deckel oder das Glas ordentlich und dicht verschlossen sind.
Obst und Gemüse einfrieren
Zahlreiche Obst- oder Gemüsesorten eignen sich zum Einfrieren. Manche Gemüsesorten sollte man dennoch zuerst verarbeiten oder blanchieren, um die appetitliche Farbe des Gemüses zu erhalten.
Beim Einfrieren bieten sich zahlreiche Vorteile, denn auch für den Singlehaushalt bietet der Gefrierschrank stets die richtigen Portionen an, vorrausgesetzt man hat diese in entsprechend große Plastikschüsseln eingefroren. Gemüse und Früchte in handlichen Portionen, sind lange haltbar und auch die Inhaltsstoffe und Vitamine bleiben größtenteils erhalten, wenn man die Vitaminbomben schnell und richtig verarbeitet.
Die besten Ergebnisse werden sicherlich mit makellosem Gemüse und Obst erzielt, dass schnell gesäubert, eventuell blanchiert und anschließend in einem geeigneten Behälter mit Deckel eingefroren wurde.
Möchte man zu einem späteren Zeitpunkt das Gefriergut auftauen, so muss man die meisten Gemüsearten nicht langwierig auftauen, sondern kann sie sofort im heißen Wasser oder in der heißen Pfanne mit Öl zubereiten.
Lässt sich das Gefriergut nur schlecht teilen, wie es zum Beispiel bei Brokkoli oder Kohl der Fall sein kann, so lässt man das Gemüse kurz unter fließendem Wasser antauen und kann es anschließend leicht in Stücke brechen.
Übrigens kann man Obst nicht nur „pur“ eingefrieren, sondern es lässt sich auch mit Zucker bestreut oder in Zuckersirup getunkt einfrieren. Dies ist gerade für Äpfel sehr gut geeignet, die in dieser Form eingefroren, auch später sehr gut als süßer Kuchenbelag geeignet sind und ganz nebenbei ihre appetitliche Farbe behalten, ohne sich bräunlich zu verfärben.
Hierfür nimmt man 750 Gramm Zucker und löst diesen in 1 Liter lauwarmen Wasser auf. Diese Menge reicht ungefähr für 600 Gramm Früchte, die mit diesem Sirup bedeckt und in Schüsseln eingefroren werden.
Fotos: Aprilphoto, Pakhnyushcha, Peter zijlstra, ryby, donatas1205, Patrick Hermans / shutterstock.com
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