Marienkäferplage

MarienkäferSie sind klein, rot und haben schwarze Punkte – richtig, die Rede ist von den Marienkäfern. Die niedlichen kleinen Insekten, die wir als Glücksbringer betrachten und die bei der Vernichtung von Blattläusen gute Dienste leisten, können im Sommer zur Plage werden. Zu Tausenden werden sie vom Land an die Küste getrieben.

Sie lassen sich auf allen farbigen Flächen nieder, auf Bänken und auf Hauswänden, und auch auf genervten Urlaubern. Das Krabbeln und leichte Ziepen ist zwar unangenehm, aber noch nicht das Schlimmste, denn bei Gefahr hinterlassen die kleinen Insekten einen gelben, klebrigen Urinfilm.

Wenn sie in solchen Massen auftreten, sind sie nicht mehr niedlich, sondern nur noch unangenehm und lästig. Aber aus gesundheitlicher Sicht sind sie völlig unbedenklich.

Woher kommen all die Marienkäfer?

Laut Aussagen von Fachleuten hat die „rote Invasion" nichts mit dem Klimawandel zu tun. Grund ist ein überreiches Nahrungsangebot für die Larven. Das bedeutet letztendlich, dass sich sehr feuchten und warmen Frühsommer in den vergangenen Jahren positiv auf die Entwicklung der Blattläuse auswirkte. Auch die höhere Larvenzahl kann diesem Phänomen zugewiesen werden. Somit gibt es nicht nur mehr Marienkäfer, sondern auch mehr Nahrung für die kleinen bunten Tierchen. War es früher eher eine Seltenheit, so ein süßes Getier zu sehen, sammeln sie sich jetzt teilweise in Scharen an warmen Plätzchen an.

Für die große Verbreitung auch in Deutschland sorgte ebenso eine länger anhaltende Windströmung aus Südwesten. Diese trieb die Käfer in unseren Nordeuropäischen Raum und vor allem auch an die Ostsee. Sie müssen sich vorstellen, dass die Marienkäfer nicht gerade die Meister in Bezug auf Flugkünste sind. Aus diesem Grund machten sie einen Art Notlandung in Deutschland und vor allem in Norddeutschland. Hier bemerkten sie dann, dass es ihnen hier gut geht und blieben.

Die Natur wird die „Plage" selbst regulieren in den nächsten Jahren – sagen Forscher. Wichtig ist hierbei vor allem ein arten- und strukturreiches Öko-System.

Was hilft nun gegen die Marienkäfer-Plage?

Eigentlich nichts. Die deutschen Siebenpunkt-Marienkäfer haben keine natürlichen Feinde. Der Einsatz von Vögeln als Helfer erübrigt sich, da sie die Käfer ignorieren, denn chemische Inhaltsstoffe im Körper der Krabbler sind für Vögel unverdaulich. Der beste Tipp ist: IGNORIEREN!

Seine Wohnung kann man durch das Anbringen von Fliegengittern an den Fenstern schützen, wenn man sich draußen aufhält, sollte man möglichst auf das Tragen von sehr bunter Kleidung verzichten.

Wer sich am Strand schützen möchte, sollte sich mit Tüchern bedecken oder einen großen Strauß voller Blätter mitbringen. Mit etwas Glück werden die kleinen roten Insekten davon angelockt.

Es gibt eigentlich nur einen Trost: die Tierchen leben nur ein Jahr!

Foto Marienkäfer: Tihis / shutterstock.com


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Kommentare  

 
+1 #1 sqidi 2012-03-16 10:49
Wie kann man nur von einer Plage reden?
Die Dinger sind eher ein Segen, ersetzen sie doch wirkungsvoll Pestiziede
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